(2007-05-08) Immobilien Bulgarien - Gekauft werden Schulgebäude in Bulgarien
Wer könnte ahnen, dass Immobilienkauf in Bulgarien eine Investition in Dorfschulgebäude sein könnte? Ausländische und heimische Geschäftsleute kaufen verlassene Dorfschulgebäude in verödeten Dörfern des Gebiets Veliko Tarnovo. Ihre Absichten sind, diese in Altersheime, Erholungsheime, Hotelanlagen u.a. umzuwandeln.
Die meisten der verkauften Schulgebäude werden in Erholungsheime, Hotelteile oder Feriensiedlungen umgebaut. In der Gemeinde Veliko Tarnovo werden vier Schulgebäude in den Gebirgsdörfern Kapinovo, Veltchevo, Voynezha und Natsovtsi in Mittelpunkte für Tourismus umgewandelt. Sie wurden in diesem Sommer auf einmal einem Geschäftsmann aus Veliko Tarnovo verkauft, man möchte aber dessen Name von der heimischen Gemeinde nicht nennen. Die Gesamtfläche der Gebäude und der dazugehörigen Grundstücke beträgt etwa 60 000 Quadratmeter.
Im Dorf Razsoha, Gemeinde Zlataritsa, wurde das ehemalige Schulgebäude vor einigen Jahren dem Briten Andrian Timm verkauft. Das Gebäude dort ist Massivbau mit einer abgewickelten Fläche von 300 m2 und 11 Dekar Grundstück ringsum. Erbaut in den 60-er Jahren. Nachdem 1998 die Dorfschule wegen Mangels an Schülern zugemacht hatte, begann das Gebäude einzufallen. Die Gemeinderatsmitglieder in Zlataritsa haben in der Person des Briten Andrian den Mann gesehen, der das ehemalige Schulgebäude vor Zerstörung retten kann und haben eingewilligt, ihm das Gebäude für 70000 Levs zur Verfügung zu stellen. Die Absichten des Ausländers, der ein Rocker ist, das ehemalige Schulgebäude in ein modernes Hotel für seine Motorradkameraden nicht nur aus der Insel sondern aus der ganzen Welt umzuwandeln.
Rocker werden hierher kommen, um die nah gelegenen Höhen des Balkangebirges mit ihren leistungsstarken Motorrädern zu erobern. Die andere Absicht des Engländers ist, ein Museum der Bildung zu errichten. Vorläufig bleibt dies aber auch nur eine Absicht.
Im anderen Dorf der Gemeinde Zlataritsa – Rossen hat das Schulgebäude innerhalb von drei Jahren seinen Besitzer gewechselt. Schon vor 15 Jahren wurde die Schultätigkeit eingestellt. In 1990 wurde es zum Erholungsheim umgebaut und von den Arbeitern eines Betriebes in Gorna Orzahovitsa genutzt. Vor 4 Jahren wurde die Schule einem Geschäftsehepaar für 24000 Levs verkauft. Sie haben aber nichts für dessen Wiederherstellung unternommen. Jetzt ist der neue Eigentümer ein Fußballschiedsrichter aus Veliko Tarnovo, dessen Absicht ebenfalls ziemlich seltsam ist. Der ehemalige Schiedsrichter will im zweistöckigen Massivbau ein Altersheim für reiche Ausländer errichten.
Die Menschen in den Orten, deren Schulgebäude schon verkauft sind oder demnächst werden, reagieren unterschiedlich. Ein Teil von denen meinen, dass die neuen Eigentümer Maßnahmen ergreifen und die halbzerstörten Gebäude retten werden. Die Umwandlung der ehemaligen Bildungsstätten in touristische Objekte wird wiederum neue und frische Investitionen in die von Gott und den Regierenden vergessenen Orte im Balkangebirge bringen.
Nicht alle Menschen denken aber so positiv. Der größere Teil der Menschen im Dorf Hotnitsa ist entschieden dagegen, das ehemalige Schulgebäude sei es an Ausländer zu verkaufen. „Unsere Schule ist über 140 Jahre alt, das Gebäude wurde mit Mitteln und persönlicher Arbeit von Menschen aus dem Dorfe gebaut und gehört deshalb dem Dorf. Keiner von der Gemeinde in Veliko Tarnovo darf Entscheidungen zum Verkauf ohne uns sogar zu fragen treffen. Wir wollen nicht, dass die Stätte, wo wir, unsere Eltern und Kinder Kenntnisse erworben und Lesen und Schreiben gelernt haben, als Investition betrachtet wird. Wir wollen nicht, dass das Schulgebäude in der Zukunft in ein exklusives Hotel für Ausländer oder anderen ähnlichen Unsinn umgewandelt wird. Wenn wir jetzt mit leichter Hand auf das Schuldgebäude verzichten, werden wir nie die jungen Leute ins Dorf anziehen. Es ist ein Verbrechen, diese Heimstätten geistiger Kultur zu liquidieren. Es gibt genügend freie Gemeindegrundstücke. Diese soll man verkaufen, sich aber nicht an unserem Schulgebäude vergreifen“ ist kategorisch Ivan Dimitrov, einer von den Nichteinverstandenen. Sein Vorschlag lautet, dass das ehemalige Schulgebäude als Heim für die Studenten, die jedes Jahr archäologische Ausgrabungen im Dorf durchführen oder als sogar als Kinder- und Waisenheim zu nutzen.
Ivan Dimitrov besteht darauf, dass unter den Menschen im Dorf ein Referendum durchgeführt wird, die entscheiden sollen, ob das Schulgebäude verkauft werden oder bleiben soll.
Die andere Absicht von Herrn Dimitrov ist, Briefe an den Präsidenten, den Premierminister, das Ministerium für Bildung und Wissenschaft und das Kulturministerium mit dem Ersuchen zu schicken, damit ein Handel mit ihrem Schulgebäude nicht gestattet wird.
Im Dorf Kapinovo bei Veliko Tarnovo hat der einheimischen Bürgermeister einen Protest gegen den Verkauf des Schulgebäudes im dortigen Gemeinderat und beim Gebietsverwalter eingelegt. In diesem weist der Bürgermeister darauf hin, dass ein ähnliches Geschäft ohne Befragung der im Ort wohnenden Menschen, die das Gebäude gebaut und renoviert haben, nicht vorgenommen werden darf.
Nach Meinung des Bürgermeisters Petrov könnte der beste Käufer des ehemaligen Schulgebäudes ein reicher Engländer sein, der die Qualitäten des soliden Massivbaus zu schätzen versteht und es für etwas wirklich von hohem Wert nutzen wird.
Trotz den Protesten der Menschen und der Bürgermeister werden die zugemachten Schulgebäude dem Vorbild der restlichen geistigen Stätten folgen. Anfang der 90-er Jahre wurden Kulturhäuser und Theatergebäude massenweise verkauft und in Einkaufskomplexe, Bankräumlichkeiten und Bingohallen umgewandelt. Leider werden auch die letzten Heimstätten der geistigen Kultur und der Kenntnisse in Einkaufs- und Hotel-und Gaststättenobjekte umgewandelt.
Die meisten der verkauften Schulgebäude werden in Erholungsheime, Hotelteile oder Feriensiedlungen umgebaut. In der Gemeinde Veliko Tarnovo werden vier Schulgebäude in den Gebirgsdörfern Kapinovo, Veltchevo, Voynezha und Natsovtsi in Mittelpunkte für Tourismus umgewandelt. Sie wurden in diesem Sommer auf einmal einem Geschäftsmann aus Veliko Tarnovo verkauft, man möchte aber dessen Name von der heimischen Gemeinde nicht nennen. Die Gesamtfläche der Gebäude und der dazugehörigen Grundstücke beträgt etwa 60 000 Quadratmeter.
Im Dorf Razsoha, Gemeinde Zlataritsa, wurde das ehemalige Schulgebäude vor einigen Jahren dem Briten Andrian Timm verkauft. Das Gebäude dort ist Massivbau mit einer abgewickelten Fläche von 300 m2 und 11 Dekar Grundstück ringsum. Erbaut in den 60-er Jahren. Nachdem 1998 die Dorfschule wegen Mangels an Schülern zugemacht hatte, begann das Gebäude einzufallen. Die Gemeinderatsmitglieder in Zlataritsa haben in der Person des Briten Andrian den Mann gesehen, der das ehemalige Schulgebäude vor Zerstörung retten kann und haben eingewilligt, ihm das Gebäude für 70000 Levs zur Verfügung zu stellen. Die Absichten des Ausländers, der ein Rocker ist, das ehemalige Schulgebäude in ein modernes Hotel für seine Motorradkameraden nicht nur aus der Insel sondern aus der ganzen Welt umzuwandeln.
Rocker werden hierher kommen, um die nah gelegenen Höhen des Balkangebirges mit ihren leistungsstarken Motorrädern zu erobern. Die andere Absicht des Engländers ist, ein Museum der Bildung zu errichten. Vorläufig bleibt dies aber auch nur eine Absicht.
Im anderen Dorf der Gemeinde Zlataritsa – Rossen hat das Schulgebäude innerhalb von drei Jahren seinen Besitzer gewechselt. Schon vor 15 Jahren wurde die Schultätigkeit eingestellt. In 1990 wurde es zum Erholungsheim umgebaut und von den Arbeitern eines Betriebes in Gorna Orzahovitsa genutzt. Vor 4 Jahren wurde die Schule einem Geschäftsehepaar für 24000 Levs verkauft. Sie haben aber nichts für dessen Wiederherstellung unternommen. Jetzt ist der neue Eigentümer ein Fußballschiedsrichter aus Veliko Tarnovo, dessen Absicht ebenfalls ziemlich seltsam ist. Der ehemalige Schiedsrichter will im zweistöckigen Massivbau ein Altersheim für reiche Ausländer errichten.
Die Menschen in den Orten, deren Schulgebäude schon verkauft sind oder demnächst werden, reagieren unterschiedlich. Ein Teil von denen meinen, dass die neuen Eigentümer Maßnahmen ergreifen und die halbzerstörten Gebäude retten werden. Die Umwandlung der ehemaligen Bildungsstätten in touristische Objekte wird wiederum neue und frische Investitionen in die von Gott und den Regierenden vergessenen Orte im Balkangebirge bringen.
Nicht alle Menschen denken aber so positiv. Der größere Teil der Menschen im Dorf Hotnitsa ist entschieden dagegen, das ehemalige Schulgebäude sei es an Ausländer zu verkaufen. „Unsere Schule ist über 140 Jahre alt, das Gebäude wurde mit Mitteln und persönlicher Arbeit von Menschen aus dem Dorfe gebaut und gehört deshalb dem Dorf. Keiner von der Gemeinde in Veliko Tarnovo darf Entscheidungen zum Verkauf ohne uns sogar zu fragen treffen. Wir wollen nicht, dass die Stätte, wo wir, unsere Eltern und Kinder Kenntnisse erworben und Lesen und Schreiben gelernt haben, als Investition betrachtet wird. Wir wollen nicht, dass das Schulgebäude in der Zukunft in ein exklusives Hotel für Ausländer oder anderen ähnlichen Unsinn umgewandelt wird. Wenn wir jetzt mit leichter Hand auf das Schuldgebäude verzichten, werden wir nie die jungen Leute ins Dorf anziehen. Es ist ein Verbrechen, diese Heimstätten geistiger Kultur zu liquidieren. Es gibt genügend freie Gemeindegrundstücke. Diese soll man verkaufen, sich aber nicht an unserem Schulgebäude vergreifen“ ist kategorisch Ivan Dimitrov, einer von den Nichteinverstandenen. Sein Vorschlag lautet, dass das ehemalige Schulgebäude als Heim für die Studenten, die jedes Jahr archäologische Ausgrabungen im Dorf durchführen oder als sogar als Kinder- und Waisenheim zu nutzen.
Ivan Dimitrov besteht darauf, dass unter den Menschen im Dorf ein Referendum durchgeführt wird, die entscheiden sollen, ob das Schulgebäude verkauft werden oder bleiben soll.
Die andere Absicht von Herrn Dimitrov ist, Briefe an den Präsidenten, den Premierminister, das Ministerium für Bildung und Wissenschaft und das Kulturministerium mit dem Ersuchen zu schicken, damit ein Handel mit ihrem Schulgebäude nicht gestattet wird.
Im Dorf Kapinovo bei Veliko Tarnovo hat der einheimischen Bürgermeister einen Protest gegen den Verkauf des Schulgebäudes im dortigen Gemeinderat und beim Gebietsverwalter eingelegt. In diesem weist der Bürgermeister darauf hin, dass ein ähnliches Geschäft ohne Befragung der im Ort wohnenden Menschen, die das Gebäude gebaut und renoviert haben, nicht vorgenommen werden darf.
Nach Meinung des Bürgermeisters Petrov könnte der beste Käufer des ehemaligen Schulgebäudes ein reicher Engländer sein, der die Qualitäten des soliden Massivbaus zu schätzen versteht und es für etwas wirklich von hohem Wert nutzen wird.
Trotz den Protesten der Menschen und der Bürgermeister werden die zugemachten Schulgebäude dem Vorbild der restlichen geistigen Stätten folgen. Anfang der 90-er Jahre wurden Kulturhäuser und Theatergebäude massenweise verkauft und in Einkaufskomplexe, Bankräumlichkeiten und Bingohallen umgewandelt. Leider werden auch die letzten Heimstätten der geistigen Kultur und der Kenntnisse in Einkaufs- und Hotel-und Gaststättenobjekte umgewandelt.
| Aufstellung: | |||
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